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Riechen
Ein kühler sonniger Vormittag im April. Die Feuchtigkeit des nächtlichen Regens liegt noch in der Luft. Der Wind weht frisch aus West. Der Himmel blau. Nur eine verirrte, den Horizont überspannende und trotzdem doch so einsame graue Wolke verdeckt in schnellem Zuge die Sonne. Eine Wolke, so groß wie ein Schlachtschiff, dessen Umriss ich wie…
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Das Fenster zur Seele
„Die Augen sind die Fenster zur Seele“, heißt ein altes Sprichwort. Die Augen geben Auskunft über das Maß, in dem der Verstand den Menschen beherrscht. Starren die Augen oder sind sie ruhig und leer? Regiert der Skalpell scharfe, unruhige und harte Blick des Verstandes oder will der Blick nichts, fokussiert nichts, zerschneidet und trennt nichts;…
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Der so ängstliche und sterbliche Schöpfer
Das reißende Gebiss und die schnellen fliehenden Beine dienen nur einem Zweck: Der eigenen Existenz und der der Nachkommenschaft zeitliche Dauer zu verschaffen. So ist es bei den Tieren und so war es ebenfalls einmal bei den Menschen. Mit dem Unterschied, dass der Mensch als Werkzeug zum Überleben keine starken Zähne oder flinken Beine, sondern…
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Der Verstand hebt uns nicht ab- Im Gegenteil
Der Verstand ist ein Werkzeug zur Unterstützung des Überlebensinstinktes. Es gibt keine Unterschied zwischen ihm und einer scharf kralligen Tigerpranke, der Beinmuskulatur einer Gazelle oder einem Haifischgebiss. Deshalb muss der Verstand genauso und genau als solches betrachtet und behandelt werden: Als ein Werkzeug, einzusetzen in Notsituationen, in der er uns unser Überleben durch Nahrungserwerb, Flucht…
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Die Kraftvollen
Der Wunsch nach Macht beruht auf Angst – letztlich natürlich auf dem Schmerz des Getrenntseins. Auf der Angst, alleine zu sein. Besser gesagt: Alleine gegen alle zu sein. Isoliert vom Rest der Schöpfung zu sein. Der Verstand versucht, mit seinen Methoden die von ihm sehnsüchtig gesuchte Einheit herzustellen, indem er aller Willen seinem Willen angleicht.…
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Das Mehr
Jeder, der sich auf die Regeln der Banken einlässt, um sich ein Häuschen oder ein Auto oder einen Fernseher zu kaufen, der weiß, was ihn erwarten kann. Selbst Schuld, könnte man da sagen, wenn der Finanzierungsplan platzt und sie die Härte der Geld-Gesetze zu spüren bekommen. Selbst Schuld! – Aber wir sollten dabei bedenken: Adam…
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Gedanken I
Wir können und müssen dem Leben mehr vertrauen. Aber wie sollen wir das, wenn wir glauben, dass die Welt vom Menschen gemacht, bestimmt und kontrolliert wird? Was in das Bewusstsein eindringt wird zur Wahrheit. Dringt die Erschöpfung oder die Wut eines anderen in mein Bewusstsein, dann bin ich erschöpft oder wütend. Ist der Übersprung von…
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Die Schneide ohne Dicke
Der Tod hat keine Dauer. Der Gestorbene ist nicht eine Woche oder drei Monate oder 100 Jahre tot, bis er wiederkehrt. Der Tod ist eine Schneide ohne Dicke. Er ist eine Membran von unendlicher Feinheit. Er trennt Leben von Leben und ist doch nicht materiell existent. Der Gestorbene kehrt zurück im Augenblick seines Todes. Der…
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Gleichgewicht
In der Natur nehmen wir ein wenig und geben das wenige im Gleichgewicht zurück. In der materialistischen Konsumgesellschaft geben uns die Unternehmen und nehmen von uns das, was sie als gewinnbringenden Preis für ihre Gaben erachten. Aber eigentlich nehmen sie zuerst von der Natur. Sie nehmen von ihr unendlich viel und geben ihr nichts zurück.…
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Das Selbst
Das, was wir als „Selbst“ bezeichnen, ist im Grunde nur eine Ansammlung von Informationen über die Beschaffenheit der Welt. Das „Selbst“ ist eine – unbewiesene – Behauptung, die sich aus dem Verhältnis und der Art der Verarbeitung von materieller und seelischer Information zusammensetzt. Es besteht quasi nur aus Sinneseindrücken seelischer und materieller Art. Das „Selbst“…
