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Wir können nur Empfangen, wenn wir nicht senden

Wir können nur empfangen, wenn wir nicht senden. Wenn ich zu jemandem gehe, von dem ich empfangen möchte, dann muss ich mir felsenfest sicher sein, dass ich möchte, dass dieser Jemand mir etwas gibt und dass ich ausschließlich annehmen will. Zu jemandem, von dem ich glaube, dass er genau so viel weiß wie ich oder der das gleiche weiß wie ich oder sogar weniger, brauche ich erst gar nicht zu gehen. Ich werde in diesem Fall immer senden. Ich werde meine Meinung senden und ich werde das, was er sagt, mit dem vergleichen, was ich weiß. Ich werde seine Worte abwägen und mit meinem Wissen in Zusammenhang bringen. Ich werde urteilen, ob ich das gut und richtig finde, was er sagt oder nicht. Ich kann also gleich zu hause bleiben, wenn ich der Ansicht bin, sowieso nichts Neues erfahren zu können. Genauso verhält es sich, wenn jemand zu mir kommt und meinen Rat oder meine Unterstützung wünscht. Kommt er, um einmal zu hören, was ich denn so zu sagen habe und zu schauen, wie er das denn so findet, was ich vorschlagen werde oder erklärt er mir direkt sein Problem inklusive der notwendigen Schritte zur Lösung und möchte eine abweichende Ansicht meinerseits ausgiebig ausdiskutieren, dann wird das, was wir bewirken können und das, was er mitnehmen kann, nicht sehr groß sein. Die (Selbst-)Aufgabe seines Selbst ist noch nicht weit genug fortgeschritten. Es ist noch nicht nötig bei ihm. Kommt jemand zu mir, dem das Wasser bis zum Halse steht, der mit seinem Latein am Ende ist, der mit seiner Kraft am Ende ist und der nur möchte, dass er die Lösung seines Problems empfangen darf, wie auch immer, völlig egal, der ist in der richtigen Verfassung, Großes mitzunehmen. Er ist über das Diskutieren und Erörtern hinaus. Er ist sich bewusst, dass sein Selbst ihm in dieser Situation nicht helfen konnte und – entledigt sich ihm, gibt ab und nimmt dadurch an. Bedingungslos und ohne dass sein Ego senden muss.

Niemals darf der Schmerz uns leiten. Unser Handeln erwächst aus dem angstlosen Wissen um unsere Geborgenheit im Sinn, um unsere Beseeltheit und um die ewige Einheit von allem. Wir handeln immer in Liebe zu allem und jedem. Es existiert keine innere Trennung. Niemals darf der Schmerz allein uns leiten.

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