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Kosmische Determinierung

Tja, unser Sonnensystem, irgendwie schon ein alter Hut. Ist schon Nachbarschaft. Überall fliegen wir hin; wo wir nicht hinfliegen, da wollen wir auch gar nicht hin. Wahrscheinlich sind das Planeten, die uns einfach nichts zu bieten haben. Wo es für uns nichts zu holen gibt. In unserem Planetensystem bestimmen wir auch, was ein Planet ist und was nicht. Aus neun machen wir mal eben acht. Gehört alles zu uns, schon gewohnt, schon wie zu Hause. Dass wir da auf einem Felsbrocken mit unglaublicher Geschwindigkeit um ein Fusionsfeuer von unermesslicher Größe uns drehen und in diesem System mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch das unendliche Nichts jagen, das ist schon gar nicht mehr interessant für uns. Gehört alles uns. Wir sitzen hier, wir sind das Zentrum. Alles unser.
Vielleicht müssen wir die Perspektive noch einmal wechseln in Verbindung mit dem Größenwahn, der Selbstüberschätzung, der Selbstzentrierung des Menschen und schauen auf das aus den Daten der Gaia-Mission entwickelte Bild unserer Galaxie, der Außenansicht unserer Galaxie. Nicht irgendeine Galaxie irgendwo im weiten Raum, Millionen Lichtjahre entfernt, abstrakt, ein bunter Fleck im Himmel und ohne Relation zu uns. Nein, ganz konkret. Der ganz konkrete Ort, an dem wir uns befinden, ganz konkret das System, in dem wir sind, ganz konkret das Unvorstellbare, das wir uns aufgrund unserer beschränkten Perspektive einfach nicht vor Augen führen können – oder vielleicht auch gar nicht wollen.
Und wenn wir das sehen, diese schiere Größe und diese schiere Gewaltigkeit, in der wir ein subatomarer Fleck sind, dann bringt uns das dazu, den Zusammenhang zu erkennen, dass wir nur Teil dieser bewegten Materie sind und in keiner Weise im Mittelpunkt von irgendetwas stehen.
Im Sonnensystem da sieht alles so weit weg aus. So viel Leere, so wenig Materie. und das sieht so aus, als würde uns das alles überhaupt nicht betreffen. Das Bild, auf dem man zwischen den Ringen des Saturn den kleinen blauen Fleck sehen kann, der die Erde ist: alles weit weg. Der Mensch ist hier sein eigener Mittelpunkt. Das ganze Sonnensystem scheint mit ihm in keinem Zusammenhang zu sein.
Aber im Zusammenhang mit dieser gewaltigen Galaxie ist das etwas ganz anderes. Dort sehen wir, dass wir nur ein Partikel und das Produkt eines gewaltigen Malstroms aus Materie sind, der sich in unvorstellbarer Größe und Macht und Kraft und Gewalt um sich dreht und nur ein Mahlwerk von Milliarden Milliarden anderen Mahlwerken in der tiefen Unendlichkeit und Leere des Kosmos ist.
An diesem Bild können wir erkennen, dass wir nicht allein sind, dass wir keine individuellen Geschöpfe sind und dass wir Teil eines ganz, ganz großen gewaltigen Systems sind, das uns bewegt nach den Naturgesetzen der Materie, die wir hier erfahren. Und es liegt an uns, diese Determinierung, die sich in uns auch im Überlebensinstinkt zeigt, zu überwinden, zu etwas größerem zu werden und die Einheit von allem, von der gesamten Schöpfung, aus der auch diese materiellen Systeme hervorgehen und bestehen, zu erkennen und entsprechend, ja auf allen Ebenen, auf denen wir existieren, auch wirklich zu sein.
Das Sonnensystem, weil es so leer erscheint, ist für den materiellen Menschen so abstrakt. Fast schon unwirklich. Es wird für ihn quasi ausgelöscht durch die Millionen Eindrücke, die der Mensch alleine auf der Erde vor seiner Nase hat und die ihn so beschäftigen und daran hindern, weiter zu schauen. Aber das Bild der Galaxie, in der wir sind, die Materie, die Sterne, der Staub, all das ist sehr dicht und konkret und kann dazu führen, dass man seinen Platz in das Schöpfung ganz neu definiert. Ein subatomares Staubkorn in einem gewaltigen Wirbel von Staub. Bewegt von den Naturgesetzen. Automatisch und determiniert.
Aber wie lassen wir sie denn hinter uns, die Determinierung, auch genannt Überlebenstrieb? Im Angesicht dieser gewaltigen Kräfte, denen wir uns gegen über sehen. Die uns in schierer Hilflosigkeit zurück lassen?
Mit den materiellen Naturgesetzen können wir nichts tun. Wir können selbstlos werden. Bewusst. Und dann sind wir befreit vom Drehen dieser ewigen Malströme aus Materie.

Niemals darf der Schmerz uns leiten. Unser Handeln erwächst aus dem angstlosen Wissen um unsere Geborgenheit im Sinn, um unsere Beseeltheit und um die ewige Einheit von allem. Wir handeln immer in Liebe zu allem und jedem. Es existiert keine innere Trennung. Niemals darf der Schmerz allein uns leiten.

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