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Die Überraschung der Politiker über die Radikalisierung vieler Menschen in der Coronazeit

Wer im Leid ist, der schaut sich um und sucht nach einer Ursache. Und er sieht eine Welt in der jeder nur sein eigenes Weiterkommen auf Kosten des Anderen sieht. Gesellschaftlich so eingerichtet und akzeptiert. Angesehen als der Motor der gesellschaftlichen Entwicklung (ignoriert wird dabei naturgemäß die erstaunte Frage, wohin denn eine Entwicklung unter solchen Vorgaben führen solle).

So sieht er, der Leidende, nur ein System, in welchem der Eine durch das Zufügen von Leid beim Anderen alles an sich rafft.

Und er sieht die Vertreter der politischen Klasse, die das ganze System des Kampfes jeder gegen Jeden tragen. Sind sie doch ganz oben und mit die größten Nutznießer der herrschenden Umstände. Und sie wären die einzigen, die diesem Zustand ein Ende bereiten könnten. Seinem Leid ein Ende bereiten könnten. Aber als Träger und Bewahrer des Systems, sind sie ja auch dessen Jünger. So glaubt der Leidende, dass die politische Klasse nichts ändert und ihn und so viele andere leiden lässt, weil jene den dem System entsprechenden Regeln des Eigennutzes folgen und ihren Vorteil im Leid der Menschen finden oder ihn zumindest als Seiteneffekt bei der Befriedigung ihrer persönlichen Gelüste nach Genuss, Besitz und Macht billigend und gleichgültig in Kauf nehmen.

Nun sind die Vertreter der politischen Klasse völlig überrascht, dass das Leid sich fast bis in ihre Höhen ausgebreitet hat, dass der Kampf bereits in ihren Vorgärten angekommen ist. Betrachtet man diese Überraschung, dann kann man nur zu dem Schluss kommen, dass die Politiker dachten, das Hauen und Stechen, das Leiden und der daraus resultierenden Kampf, den sie am Leben halten, würde sie nicht betreffen. Sie scheinen nicht begriffen zu haben, dass das System sie mit einschließt. Dass sie auch nur Faktoren des „alle gegen alle“ sind und nicht die Beherrscher. Faktoren in großer Höhe zwar, aber für den aufschäumenden Schmerz der Menschen nicht unerreichbar. Muss er nur genug geschürt werden. Und das kapitalistische System schürt ihn, unter dem Schutz der Politik, ohne Unterlass.

So schauen die Politiker nun völlig erstaunt auf den zunehmenden Extremismus und auf den aus Leid geborenen Hass auf sie als Hüter und Bewahrer, als Nutznießer, eines Systems, das auf der kompromisslosen Unterjochung des einen zum persönlichen Nutzen des anderen beruht.

Absurd nicht wahr. Dachten sie wirklich, die Regeln des Systems würden für sie nicht gelten. Dachten sie wirklich, sie würden von den anderen Faktoren des Systems nur mit Watte beworfen werden; durch liebes Wählen alle paar Jahre und nettes Demonstrieren. Während diese mehr und mehr in der Gnadenlosigkeit und Kälte des Kapitalismus schwitzen.

Absurd nicht wahr? Da züchtet man über Jahrzehnte Millionen von vor kapitalistisch institutionalisiertem Leid wahnsinnig gewordenen Kampfhunden in seinem Hinterhof heran und ist völlig überrascht, wenn sie sich nicht mehr nur gegenseitig zerfleischen, sondern durch die Fenster springen, um diesem ihnen zugefügten Leiden irgendwie ein Ende zu machen.

Es ist das Ergebnis einer befeuerten Entwicklung hin zu immer größerer Lieblosigkeit. Und immer, immer, auf jeder Ebene, glaubt der Nutznießer, er könne die Schrauben immer weiter anziehen, immer mehr auf sich vereinen an Macht, an Dingen und die Leidtragenden tragen ihr immer zunehmendes Leid klaglos bis in alle Unendlichkeit so weiter. Der Wunschtraum, die Fieberphantasie eines Geistes, der außer Trennung nichts kennt, dem das Wissen um die Einheit, um das Weibliche, das Seelische völlig abgeht.
Was soll er auch machen, der nur das Prinzip des totalen Eigennutzes kennt? Er hat keine Handlungsalternative. Das Aussaugen bis aufs Blut ist zwangsläufig das einzige Konzept, das in seinem Bewusstsein -unbewusst – existieren kann.

Niemals darf der Schmerz uns leiten. Unser Handeln erwächst aus dem angstlosen Wissen um unsere Geborgenheit im Sinn, um unsere Beseeltheit und um die ewige Einheit von allem. Wir handeln immer in Liebe zu allem und jedem. Es existiert keine innere Trennung. Niemals darf der Schmerz allein uns leiten.

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