Was werden da für Generationen heranwachsen? Sozial kontrolliert durch die sozialen Medien, den elektronischen Pranger, an den alles gehängt wird, was einem nicht gefällt, was anders ist als man selbst.
Was wird dann passieren, wenn alle nur noch graue Mittelklassewagen (mit unausgesprochener hasserfüllter Raubtieroptik – worauf sich alle stillschweigend geeinigt haben, um ihrer passiven Aggressivität gegeneinander ein gesellschaftlich erlaubtes Ventil zu geben) fahren werden, weil sie damit am besten durchkommen, wenn alle nur noch nach der vorherrschenden Meinung schwimmen, weil das am wenigsten Leid bedeutet und man vielleicht dann der Meute, der elektronischen, entkommen kann.
Früher, im vordigitalen Zeitalter, da fanden auch genug Leute das, was man macht, so wie man ist, das, was man sagt, scheiße und schlecht und doof. Aber man hat das nicht mitbekommen und es war einem völlig egal, denn was interessiert das eigentlich schon, welche Meinung die anderen haben.
Aber heutzutage, wo jeder seine Meinung im Kollektiv äußert und festschreibt und nachlesbar macht, andere es kommentieren und andere darauf antworten und andere darauf reagieren und man selber auch noch lesen muss, wie schlecht die Leute mich finden, wie dumm mich manche Leute finden, wie doof die finden, was man macht und was man hat und was man tut, da setzt automatisch der Filter direkt ein, der Schmerzvermeidungsfilter, der vorauseilende Gehorsam, bloß nicht zu sehr aufzufallen in welche Richtung auch immer, damit die neidische, die ängstliche Meute nicht über einen herfällt. Was für ein Wahnsinn.
