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Nimm mich wahr! Nimm mich wahr! Nimm mich wahr!

Was ist es, was uns so wütend macht, wenn jemand neben uns lauthals in sein Telefon spricht und uns durch diese Geräuschkulisse Leid zufügt? Es ist, dass er uns ignoriert, dass er unsere Individualität nicht wahrnimmt, dass er unsere Existenz nicht wahrnimmt. Er anerkennt nicht, dass wir existieren, dass wir Raum einnehmen. Er macht uns zum Teil seines Systems. Er löst uns auf.
Nun sind da die Autos mit ihren beleuchteten Kühlergrills mittlerweile, mit ihren Blinkern die von links nach rechts blinken und die nun sogar nicht nur blinken sondern im Doppel-Takt pulsen. Autos die an Obszönität im Design kaum noch zu überbieten sind.

Nur noch Außenausdruck. Nur noch Message an den Nächsten. Voll in die Fresse. Mit aller Gewalt und allem Nachdruck. Chrome Außenleisten. Mehrfarbiger Lack. immer größer und immer breiter.

Ich hatte einmal die Vision, dass es irgendwann Autos geben wird, in tausend Farben mit künstlichen Geräuschkulissen von Heavy Metal über Motorgeräusche, Gewehrgeballer, Geschrei, was auch immer möglich ist. Das Motorengeräusch der Elektrofahrzeuge wird ja auch schon künstlich über Lautsprecher erzeugt. Und aus diesen irrsinnigen, grellen und tönenden und blinkenden knallbunten oder mit obszönen oder aggressiven Designs versehenen Riesenfahrzeugen springen fast nackte, vollständig tätowierte mit grell bunten Perücken bekleidete Wesen heraus und schlagen mit Hämmern auf ihren Nächsten ein und schreien, verschwitzt mit panisch aufgerissenen Augen: „Nimm mich wahr! Nimm mich wahr! Nimm mich wahr! Ich lebe! Ich bin! Ich bin! Erkenne es an! Erkenne es an! Ich lebe! Ich bin! Ich existiere! Ich ex-is-tiereeereeee!“

Und da sind natürlich noch die Richter mit ihren kalten tickenden Verständen. Pechschwarze nachtschwarze Autos, pechschwarze nachtschwarze Kleidung. Eifersüchtig jeden Sonnenstrahl, der sie erreicht, für sich, für sich alleine, einnehmen, nichts kostenlos reflektierend, sind sie da, die schwarzen Löcher, die schwarzen Gräber, die nach der grellen schreienden Phase, die in sich zusammengefallenen Sterne, die, die wissen dass sie nur tote Materie sind.

Niemals darf der Schmerz uns leiten. Unser Handeln erwächst aus dem angstlosen Wissen um unsere Geborgenheit im Sinn, um unsere Beseeltheit und um die ewige Einheit von allem. Wir handeln immer in Liebe zu allem und jedem. Es existiert keine innere Trennung. Niemals darf der Schmerz allein uns leiten.

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